(Tele)pathy



“(Tele)pathy” by Walter Benjamin
Translated by Manuela Kölke

Two options for experimental research. 1) The more the habit of the police to use media for tracking down of criminals in difficult and important cases will spread, the more the protection from such procedures will become a vital concern for the criminals. Thus, the question will present itself (to the criminals) if there are any measures which can prevent an action to enter into the focus of a telepath and if so, which ones.

In particular, whether those measures have any relation to the external implementation of that action or to the intentions of the actor or to both. – 2) The gambling hall is an excellent laboratory for telepathic experiments. The lucky gambler is, as shall be assumed here, in contact of telepathic sorts and it shall be further assumed that this contact subsists between him and the ball, though not between him and the server attending the ball. If this would be the case, it would then be the task of the gambler to have this contact not disturbed by anyone. Who now takes into consideration how intense jealousy, the need for affection, curiosity in the gambling hall are capable of relating the gambler to his colleagues can estimate the difficulty to deviate (deflect/divert) such intentions and thereby to escape all adversary suggestions. Such a tense and yet casual attitude of the gambler isn’t possible to enforce from elsewhere through entêtement, as the loosing gambler often attempts to only to increase his loss. Maybe one could imagine the scheme of such an isolation of the lucky gambler in the following way.

telepathy

(Tele)pathie

Zwei Möglichkeiten für experimentelle Erforschung. 1) Je mehr die Gepflogenheit der Kriminalpolizei(,) in schwierigen und wichtigen Fällen zur Verfolgung von Verbrechern Medien hinzuziehen, sich ausbreiten wird, desto mehr wird der Schutz gegen solches Vorgehen eine vitale Angelegenheit der Verbrecher werden. Ihnen also wird sich exakt die Frage präsentieren können, ob es Maßregeln gebe, welche eine Handlung davor bewahren könne, in das Blickfeld eines Telepathen zu fallen, und gegebenenfalls welche.

Insbesondere ob diese Maßregeln auf den äußeren Vollzug der Handlung oder auf die Intentionen des Handelnden Bezug haben oder auf beides. – 2) Der Spielsaal ist ein vorzügliches Laboratorium telepathischer Experimente. Der glückliche Spieler steht, wie hier angenommen werden soll, in einem Kontakt telepathischer Art und zwar sei weiter angenommen, dieser Kontakt bestehe zwischen ihm und der Kugel(,) nicht aber dem die Kugel bedienenden Diener. Wäre dies der Fall, so wäre es Aufgabe des Spielers jenen Kontakt durch keinen anderen stören (zu) lassen. Wer nun bedenkt, wie heftig und leidenschaftlich Neid, Anlehnungsbedürfnis, Neugierde im Spielsaal den Spieler auf seinen Kollegen zu verweisen (ver)mögen, kann die Schwierigkeit ermessen, dergleichen Intentionen in sich abzuleiten und sich so allen feindlichen Suggestionen zu entziehen. Jene gespannte in sich lockere Haltung des Spielers lässt sich nicht äußerlich durch Entêtement erzwingen, wie es der verlierende Spieler häufig versucht, um derart seinen Verlust nur zu steigern. Vielleicht darf man sich das Schema solcher Isolierung des glücklichen Spielers folgendermaßen vorstellen.

telepathy

“Telepathie” [fr 154], S. 187, in: Walter Benjamin. Gesammelte Schriften. Band VI. “Zu Grenzgebieten.” Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem hrsg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991.

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